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Färberei Luckner

früher: Färberei Luckner
DDR: VEB Färberei und chemische Reinigung
heute: Wohnanlage Elsterhöfe

Adresse: Friedrich-Bosse-Straße 67; 69; 71; 04159 Leipzig

Stadtteil: Wahren

Industriezweig/Branche/Kategorie: Dienstleistung / Reinigung

Datierung: 1888

Objektgröße:

Bau- und Firmengeschichte: Der Färbereibetrieb wurde 1890 vom Fabrikanten Hugo Luckner nach Wahren verlegt. Gleich hinter dem Werksgelände fließt die weiße Elster, welche das notwendige Wasser liefert. Luckner hatte vorher einen Betrieb nahe dem Stadtzentrum, in der Gerberstraße.
Firma Hugo Luckner – Hand- und Maschinenbügelei sowie Wollfärberei in Leipzig-Wahren. Ab 1899 Einführung der Benzinwäscherei, Färberei und Chemische Waschanstalt Hugo Luckner.
1907 Verkauf der Firma an Ch. Daniel und F. und A. Röver weiterhin mit dem Angebot Färben und der chemischen Reinigung von Garderobe aller Art, von Innendekorationen, Gardinen, Teppichen, Federn, Handschuhen usw. mit Kundschaft in ganz Deutschland. Ständige Modernisierung der technischen Anlagen und Ausbau des Netzes an Annahmestellen.
Während des 2. Weltkrieges wurden auch Fremd- und Zwangsarbeiter beschäftigt.
1948 wurde der Betrieb enteignet und seitdem als VEB Färberei und chemische Reinigung weiter betrieben.
1991 erfolgte die Stilllegung der Produktionsanlagen u.a. wegen der Umweltbelastungen.

Objektbeschreibung: Der bestehende Klinkerbau wurde 1896-1897 als Fabrikgebäude für Hand- und Maschinenbügelei sowie Wollfärberei durch die Firma Hugo Luckner in Leipzig-Wahren errichtet. Die Klinkerfassade erhielt später die Werbeschrift »Leipziger Färberei und Chemische Reinigung“.
Ab 2018 Umbau zur Wohnanlage „Elsterhöfe“.
Das letzte Gebäude des Unternehmenskomplexes wurde im Frühjahr 2020 abgerissen. Die Buchstaben von der Fassade konnte sich der Sportverein BSG Chemie Leipzig sichern. Aufgearbeitet schmücken diese nun die Geschäftsstelle im Alfred-Kunze-Sportpark.

Quellen/Literatur/Links:

  • Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen – Denkmaldokument Nr.: 09297454 Leipzig, Stadt
  • Thomas Fickenwirth, ‎Birgit Horn-Kolditz, ‎Christian Kurzweg: Fremd- und Zwangsarbeit im Raum Leipzig 1939-1945
  • Prospekt „Alter Färberei“ der Firma Weiße Elster GmbH
  • Siegfried Haustein; Das Wahrener Geschichtsbuch, S.111 ff
  • https://www.chemie-leipzig.de/2020/12/04/geschaeftsstelle-im-neuen-glanz/?cn-reloaded=1 (zuletzt aufgerufen am 27.02.2021)

Autor: Frank Heyme

Datum: März 2020

Aktualisierung: Februar 2021 (Kathrin Töpfer)




Wellenwerk

früher: Otto Baumberger & Co. KG
DDR: VEB Tachometerwellen- und Maschinenbau Leipzig
heute: TAFLEXA – Biegsame Wellen GmbH

Adresse: Clausbruchstraße 5-7, 04159 Leipzig

Stadtteil: Wahren

Industriezweig/Branche/Kategorie: Maschinenbau, Fahrzeugbau

Datierung: 1935

Objektgröße:

Bau- und Firmengeschichte:

  • 1935 Gründung der Otto Baumberger & Co. KG in Leipzig durch Otto Baumberger, Ingenieur Gottweiß und Ing. Heß. Das Unternehmen spezialisierte sich zunächst auf Pelzverarbeitungsmaschinen.. Bald erweiterten sie ihr Programm auf Stahlfedern. Produktionsprogramm: Technische Federn und Maschinen für die Rauchwarenindustrie
  • 1937 Einzug von Otto Barmberger und Herrn Heß in das architektonisch interessante Fabrikgebäude Claußbruchstr. 5- 7
  • 1939 Die Firma Baumberger & Co kauft das Grundstück und die Gebäude in der Clausbuchstraße 5-7
  • 1945 nach 1945 wurden statt Federn und Maschinen Gebrauchsgegenstände hergestellt, wie u.a. Tiegel, Feuerhaken, Tabletts, Zigarettenetuis u. a. m.
  • 1946 Die Anlagen wurden nicht demontiert, sondern die sowjetische Militärbehörde gab bestimmte militärische Gegenstände in Auftrag wie z.B. Gewehrstäbe, Ölpinselbüchsen, technische Federn usw.
  • 1947 Die sowjetischen Behörden wünschten 1947, daß der Betrieb Tachometerwellen entwickele und liefere. Was nach Bewältigung schwieriger Probleme auch gelang.
  • 1952 Beginn der Tachometerwellen-Fertigung für die Fahrzeugindustrie der DDR
  • 1958 Die Firma wird halbstaatlich und kann sich so weiterentwickeln
  • 1960 feierte man das 25jährige Firmenjubiläum
  • 1969 Auslagerung der Federnproduktion zugunsten der Tachometerwellenproduktion
  • 1972 Verstaatlichung und Weiterführung als VEB Tachometerwellen- und Maschinenbau Leipzig
  • 1989 Einstellung des Maschinenbaus
  • 1990 Übernahme durch die Treuhandgesellschaft als Tachometerwellen- und Maschinenbau GmbH Produktionsprogramm: Tachometerwellen
  • 1993 Reprivatisierung des Unternehmens
  • 1998 Gründung der TAFLEXA – Biegsame Wellen GmbH als Weiterführung des traditionsreichen Leipziger Familienunternehmens Produktionsprogramm: Biegsame Wellen, Seil- und Bowdenzüge, Druck-Zug-Betätigungen in Einzel- und Kleinserienfertigung
  • 2007 Umzug an neuen Produktionsstandort in Leipzig

Objektbeschreibung: Das Firmengelände liegt direkt an dem Fluß Elster in unmittelbarer Nähe der Gnadenkirche, die die Kirche des Ortsteils Wahren ist.
Bauzeit: 1893 bis 1902
Bauherr: Richard Lindner (Richard Lindner, Rauchwarenzurichterei und -Färberei), Errichtung als dampfbetriebene Pelzzurichterei
Baustil: Historismus, Moderne
Baumeister/Architekt: Polster & Höhne (1893 bis 1902)
Sanierung und Umgestaltung zu einer Wohnanlage: nach 2002 durch Hansa Real Estate unter Architekt Hohmuth & Partner

Quellen/Literatur/Links:

  • Siegfried Haustein: Das Wahrener Geschichtsbuch, S.111 ff
  • Gormsen, Niels; Kühne, Armin: Leipzig Stadt des Wandels, Passage-Verlag Leipzig, 3. Auflage 2015
  • TAFLEXA – Biegsame Wellen GmbH ; Firmenhistorie

Autor: Frank Heyme

Datum: März 2020