Buntgarnwerke
| Standort/Adresse | Nonnenstraße 17; 17a; 19; 19a; 21; 21a / Holbeinstraße 14 – 18h, 04229 Leipzig |
| Ortsteil | Plagwitz / Schleußig |
| Standort historisch | Die Holbeinstraße hieß von 1893 bis 1950 Seumestraße, zuvor Straße A im Bebauungsplan Schleußig. |
| Gemarkung und Flurstück | Plagwitz * 32/1; 32/2; 32/3; 34/1; 34/3; 56a Schleußig * 95/5; 95/6; 56/a |
| Firmen-Bezeichnung | 1869 Tittel & Krüger 1887 Gründung Sächsische Wollgarnfabrik Aktiengesellschaft vorm. Tittel & Krüger 1969 VEB Buntgarnwerke Leipzig |
| Datierung | 1866 Firmengründung, 1879 Baubeginn des heutigen Industriedenkmals |
| Industriezweig/Branche | Textilindustrie |
| Objektgröße | 50.000 m², Bruttogeschossfläche ca. 100.000 m² |
| Denkmalstatus | Obj.-Dok.-Nr. 09299009 und Obj.-Dok.-Nr. 09306107 (Gebäude Plagwitz); Obj.-Dok.-Nr. 09304726 (Gebäude Schleußig) |
Bau- und Unternehmensgeschichte
| 1866 | Gründung eines Garnhandels im Stadtzentrum durch Carl Augustin Tittel |
| ab 1869 | mit Teilhaber August Andreas Krüger |
| 1875-1878 | Bau einer Fabrik für Tapisseriewaren (Nonnenstraße), Bau einer Dampffärberei auf dem heutigen Grundstück, weiterer Ausbau als Wollgarnspinnerei |
| 1887 | Gründung Sächsische Wollgarnfabrik Aktiengesellschaft vorm. Tittel & Krüger |
| 1888 | Hochbau West (östlich der Nonnenstraße): modernes Gebäudetragwerk mit repräsentativer Fassadenarchitektur |
| 1897 | Betriebswohnungen westlich der Nonnenstraße |
| 1906 | Hochbau Süd an der Holbeinstraße, Verbindung durch eine zweigeschossige Brücke über die Weiße Elster und eine Brücke für das Anschlussgleis (2015 abgerissen) |
| In den folgenden Jahren erfolgen mehrere Veränderungen der Firmenstruktur |
| 1931 | u. a. nach Einschränkungen durch die Weltwirtschaftskrise meldet das Unternehmen Konkurs an |
| 1939-1945 | Einschränkungen durch den Zweiten Weltkrieg |
| 1945-1951 | treuhänderische Verwaltung, danach Volkseigentum |
| 1969 | Vereinigung mit anderen Betrieben als VEB Buntgarnwerke Leipzig |
| nach 1989 | Abwicklung durch die Treuhand |
| ab 1991 | Umwandlung in eine GmbH, Verlagerung der Produktion inklusive der technischen Ausrüstungen nach Tschechien |
| 1992 | Verkauf an eine Erbengemeinschaft und Investoren, schrittweise Sanierung ab 1993 durch verschiedene Eigentümer und Investoren, vorwiegend in Loftwohnungen und Gewerbeflächen (Elster-Lofts, Elster-Business-Park, Venezia-Quartier), Würdigung der gelungenen Sanierung als EXPO-Objekt 2000 |
Baubeschreibung
Der Gebäudekomplex der Buntgarnwerke auf beiden Seiten der Weißen Elster gilt als das größte erhaltene Industriedenkmals Deutschlands. Durch ihre Größe und die 300m lange Fassade wirken die Gebäude sehr beeindruckend. Die Fassaden sind durch roten Klinker, weiße Gliederungselemente und viele Fenster gestaltet – und das bei jedem Gebäudeteil ein bisschen anders. Zudem werden die Gebäude durch Risalite sowie Dach- und Ecktürme belebt.
Auch die Experten bewundern die Gebäude der Buntgarnwerke: Das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen beschreibt die Buntgarnwerke als »außergewöhnlich imposante Fabrikanlage« und »großzügige[n] Fabrikkomplex mit repräsentativen Gebäuden«. Ansgar Stadtler hob 2019 auf baumeister.de die »einheitliche Architektursprache« hervor: »Ziegelfassaden mit hellen Putzbändern, gegliederte große Fenster und Akzente durch Türme und Kuppeln verbinden die verschiedenen Gebäude zu einem einheitlich wirkenden Ganzen.«
In den 1990er Jahren wurden die Klinkerbauten saniert. Die Besonderheit bei der Sanierung des Hochbaues West [Kammgarnspinnerei] ist die Entkernung in der Mitte als Lichthof sowie die zweigeschossigen Lofts zur Anpassung an hohen Geschosshöhen des Industriebaus.
Quellen
- Bernd Sikora (2010): Industriearchitektur in Sachsen. Erhalten durch neue Nutzung. Edition Leipzig.
- Heinz Peter Brogiato (2016): Leipziger Spaziergänge: Plagwitz. Lehmstedt Verlag. S. 57
- http://www.leipzig-lese.de/index.php?article_id=693 (zuletzt aufgerufen am 02.01.2026)
- https://denkmalliste.denkmalpflege.sachsen.de/ (zuletzt aufgerufen am 02.01.2026)
- Ansgar Stadtler (2019): Industriebauten in Leipzig: Die Buntgarnwerke
https://www.baumeister.de/die-buntgarnwerke/ (zuletzt aufgerufen am 09.01.2026)
Autor/in: Helmut Sander
Datum: 21.06.2017
Überarbeitung: Kathrin Töpfer (06.02.2022) sowie Kathrin Töpfer und Corinna Klußmann (Januar 2026)

Foto: Corinna Klußmann, Juli 2025 
Foto: Corinna Klußmann, Juli 2025 
Foto: Corinna Klußmann, Juli 2025 
Foto: Michael Hartwich, 2016 
Foto: Corinna Klußmann, Juli 2025 
Foto: Corinna Klußmann, Juli 2025
















